Die Elemente

Die Grundhaltung besteht aus Stand + Körperspannung

Die Füße stehen, für einen stabilen Stand etwa schulterbreit auseinander, parallel zur Schießlinie. Beide Füße werden gleichmäßig belastet. Das Körpergewicht wird leicht (60%) auf die Fußballen verlagert. Der Körper steht völlig aufrecht. Die Hüfte steht gerade, sowohl beim Ausziehen als auch beim Schuss. Rumpfmuskulatur anspannen, Brustbein tief, der Kopf zeigt zur Scheibe und ist aufrecht. Er neigt sich nicht zur Sehne oder zur Seite. Die Augen sind auf das Ziel fixiert. Der Oberkörper ist nicht nach vorn oder zur Seite geneigt und bildet kein Hohlkreuz. Die Bogenschulter ist tief im Schultergelenk fixiert und schiebt sich im Auszug nicht nach oben.

Abweichungen von dieser Technik bedürfen der Erklärung, müssen jedoch auf jeden Fall reproduzierbar sein.

 

Die Bogenhand

Das Griffteil des Bogens liegt genau in der V-Form, die von Zeigefinger und Daumen der Bogenhand gebildet wird. Der Handballen liegt auf der Griffschale. Der Druckpunkt liegt mittig im Daumenballen. Der Handrücken steht in einem Winkel von ca. 45° zum Bogen. Die Finger der Bogenhand sind locker und halten auf keinen Fall den Bogen fest; weder beim Zielen noch beim Lösen. Der Bogen kann sich beim Schuss frei in Schussrichtung bewegen und wird durch die Fingerschlinge aufgefangen. Das Handgelenk bleibt beim Schuss stabil. Der Ellenbogen wird nach außen gedreht.

 

Die Zughand

Zeige-, Mittel- und Ringfinger umfassen im ersten Fingergelenk die Sehne. Die Fingerspitzen zeigen zum Schützen. Der Daumen und der kleine Finger sind entspannt nach innen gekrümmt und liegt an der Handinnenfläche an. Handrücken und –gelenk sind vollkommen gestreckt und entspannt und bilden mit dem Unterarm und dem Ellenbogen eine Linie.

 

Die Schussvorbereitung

Oberkörper ausrichten, Bogen- und Zugschulter Richtung Scheibe in Linie bringen. Sägemuskel aktivieren (Druck gegen den Bogen nach vorne/unten) für eine tiefe, stabile Bogenschulter. Bizeps des Zugarms bleibt am Oberkörper. Spannung aufrechterhalten. Bogenarm und Zugarm leicht anheben (ca. 30° aus der Senkrechten).

 

Der Weg zum Anker –

über die Anhebeposition, Rückenaktivierung in den Auszug

Bogen- und Zughand, sowie Zugellenbogen parallel max. in Augenhöhe anheben. Druck gegen den Bogen halten, Bogenschulter bleibt tief. Einleiten des Auszugs durch weiteres Zurücknehmen der Zugschulter. Zugbewegung durch kreisförmiges Zurückführen des Zugarmellenbogens, während der Druck des Bogenarms ausgleichend angepasst wird. Bogenhand, Anker und Zugellenbogen bilden im optimalen Fall eine Linie (Kraftlinie). Anatomische Besonderheiten können berücksichtigt werden. Mit der Zugbewegung wird die Zughand auf direktem Weg leicht unter den Kieferknochen geführt, um bei der anschließenden Aufwärtsbewegung die optimale Position des Ankers zu erreichen. Hierbei liegt die Zughand eng unter dem Kieferknochen und am Hals. Bei diesem Vorgang wird die Rückenspannung aufgebaut. Die richtige Rückenspannung liegt zwischen den Schulterblättern. Zum Spannungsaufbau wird das Schulterblatt auf der Zugarmseite in Richtung Wirbelsäule bewegt. Dies erfolgt durch den Rautenmuskel, der dazu kontinuierlich kontrahiert wird. Er liegt zwischen Wirbelsäule und Schulterblatt.

 

Der Anker – über die Ladeposition in die Ankerposition

Der Anker besteht aus zwei Komponenten. Zum einen aus dem festen Kontakt der Zughand mit dem Kiefer. Er muss bei jedem Schuss gleich sein. Zum anderen berührt die Sehne Kinn, Lippe und Nase. Auch hier müssen die Kontaktpunkte stets gleich und wiederholbar sein. Da jeder Mensch unterschiedlich lange Ober- und Unterarme hat, muss der Anker dieser Unterschiedlichkeit Rechnung tragen. Daher sind sowohl Seiten- als auch Mittelanker zulässig.

 

Der Transfer – in die Halteposition

ist eine sehr kleine konsequente Drehbewegung, wobei die Rückseite des Zugarmoberarms parallel zur Schießlinie bewegt wird. Hier wird nun die Zugarmschulter und der Ellenbogen in Linie gebracht, um die Halteposition mit der optimalen Gelenkwinkelstellung zu erreichen. Die Halteposition ist ein Zustand der Ausrichtung – kein Haltepunkt der Bewegung! Nun sind wir auf der Klickerspitze angekommen und der Zeitpunkt des Zielens ist erreicht.

 

 

Expansion

In der Expansionsphase wird das Zugschulterblatt unter Einsatz fortgesetzter Rückenspannung enger zur Wirbelsäule geführt. Auf diese Aktion erfolgt eine Reaktion der Brustmuskulatur, die sich nun weitet und dadurch den Klickerendzug ermöglicht.

 

Das Lösen

Sauberes Lösen heißt, aus der aufrecht erhaltenen Rückenspannung die Entspannung der Finger beim Klick des Klickers (falls vorhanden) vorzunehmen. Dabei schnellt die Zughand, von dem Zug der Sehne befreit, gradlinig und eng an Wange und Hals geführt nach hinten. Die Körperspannung wird aufrechterhalten. Die Mimik des Gesichtes soll entspannt bleiben. Die Bogenhand enspannt sich ebenfalls, klappt nach unten und lässt dadurch den Bogen nach vorne fallen.

 

Das Nachhalten

Der Schuss ist erst nach dem Nachhalten und der anschließenden Analyse abgeschlossen. Das richtige Nachhalten besteht aus drei Komponenten. Erstens aus der Aufrechterhaltung der Rückenspannung, zweitens aus der Aufrechterhaltung der Fokussierung auf das Ziel, und drittens aus der unveränderten Haltung des gesamten Körpers. Dieser Zustand sollte solange erhalten bleiben, bis der Pfeil sein Ziel erreicht hat und er reflektiert wurde (mindestens 3 Sekunden).